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„Stillsein ist eine wunderbare Macht der Klärung, der Reinigung und der Sammlung.“ Dietrich Bonhoeffer

 


Farbfenster von Felix Hoffmann (1911-1975)

In der reformierten Kirche Bellach im Kanton Solothurn sind seit dem Jahre 1957 in die rechte vordere Stirnwand vier Scheiben von Felix Hoffmann, dem bekannten Aarauer Künstler, eingefügt. Die Kirche hat einen fünfeckigen Grundriss und empfängt durch diese Glasfenster, die in die hellgraue Wand eingelassen sind, eine Atmosphäre der Sammlung und Stille. In gesammelter Aufmerksamkeit scheint hier jemand etwas zu hören, das ihm der Geist Gottes in Form der Taube zu spricht. Felix Hoffmann hat in diese Geste den Inbegriff allen Hörens hineingelegt, das Hören an sich spricht aus dieser Farbscheibe zu uns.

 

Stille für das eigene Leben finden

Vielen Menschen fällt es schwer, sich Gott hinzuwenden und einen Ort der Stille zu finden, dabei liegt gerade darin geistliche Kraft. Der Alltag ist hektisch und die Erwartungen aus der Arbeitswelt prassen auf mich ein. Die Ablenkung in der gegenwärtigen Zeit ist enorm. Viele Menschen sprechen von Erschöpfung. Wir Menschen sind auf Interaktion mit einem Gegenüber ausgelegt. An die Stelle des Gegenübers rückt zunehmend die virtuelle Welt und damit auch die ständige Verfügbarkeit. Das Smartphone wird zum Ersatzgegenüber.

 

Stille bringt die Unruhe in mir hervor und zeigt auf, was ich brauche. Dieser Unruhe begegnen, sich mit sich selber auseinandersetzen und dabei erleben, wie Gott mich befreit von Erwartungen und inneren Treibern, darin zeigt sich das Geheimnis der Stille. Stille weckt in mir die Wachsamkeit. Wachsam sein gegenüber meinen Empfindungen, wachsam sein gegenüber dem Wirken Gottes.

 

Glauben ist ein geistliches Leben, das sich in Prozessen behauptet. Biografische Entwicklung und geistlicher Weg sind wesentlich aufeinander bezogen und werden in der Stille miteinander verknüpft.

 

Diese Angebote sollen auch jüngeren Menschen einen Zugang zur Stille ermöglichen. So kann an einem Wochenende die Stille erfahren und entdeckt werden. Die geistliche Begleitung unterstützt die Erfahrung der Stille und ermöglicht sich auch mit anderen darüber auszutauschen.

Angebote der Stille im Jahr 2018

Die Intensität des Schweigens kann Menschen mit angegriffener, psychischer Gesundheit überfordern. Bitte nehmen Sie im Zweifelsfall Rücksprache mit Pfr. Christian Meier auf.

 

Tipps für die Stille

  1. Reizüberflutung eindämmen
    Wähle in deinem Alltag Orte, welche Ruhe ermöglichen. Die Mittagspause statt in einem lauten Restaurant, in einem Park verbringen, kann dir Energie für die zweite Tageshälfte geben. Gönne dir den Luxus in stillen Zeiten Telefon, Radio und andere Geräuschquellen auszuschalten. Wer zu Hause oder in der Natur einen bestimmten Platz kennt, verliert keine unnötige Zeit, um in die Ruhe zu finden.

  2. Körperlich zur Ruhe finden
    Entspannungsübungen oder ein bewusstes Aus- und Einatmen kann dir helfen auch körperlich zur Ruhe zu finden.

  3. Ruhestörer minimieren
    Die grösste Unruhe produzieren wir selbst. Wir nehmen durch die Medien mehr Informationen auf, als wir verarbeiten können. Eine mediale Abstinenz tut gut. Zu den Unruhestiftern gehören auch belastende Gedanken und innere Gespräche. Schreibe Gedanken auf, um sie loszulassen.

  4. Anfang und Ende
    Eine Stille hat immer einen Anfang und ein Ende. Gestalte beides ganz bewusst. Körper und Seele verstehen durch sie: Jetzt ist nicht mehr Hektik und Arbeit angesagt, sondern Ruhe und Besinnung.

  5. Reflexion
    Wer zur Ruhe kommen will muss Loslassen können. Darum ist ein Rückblick auf Vergangenes wichtig. Erst dann werde ich offen für Neues. Die fünf Finger Methode kann dir helfen auf einen vergangenen Tag, eine paar Tage oder eine Woche zurückzublicken:

    Daumen: Was war gut?
    Zeigefinger: Was will ich mir merken? Was habe ich gelernt?
    Mittelfinger: Was hat mir nicht gefallen?
    Ringfinger: Was hat mich mit anderen verbunden? Was trug dazu bei, dass ich andere Menschen besser wahrgenommen habe?
    Kleiner Finger: Was kam zu kurz? Was hätte ich noch gewünscht?

 

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